One lifetime...

One lifetime...
One lifetime isn't long enough for all the things I'd like to do

Donnerstag, 6. Juni 2013

Gedanken über das Reisen

Die "Strickliesl" ist verreist. Das ist so ziemlich klar, denn das Lädchen ist derzeit geschlossen.
Dieses Jahr ist allerdings ein besonderes Reisejahr, denn zuerst ging es für mich in die USA, um dort die Hochzeit meines Sohnes zu feiern. Ein wunderschönes Fest mit vielen Menschen, inzwischen neuen Freunden und neuen Familienmitgliedern. Von meinem Besuch in einem der örtlichen Wollgeschäfte - fiber universe - habe ich bereits berichtet.
Auf der Rückreise dann ein Stop in Chicago. Auch hier habe ich Euch bereits Impressionen der Stadt und Photos vom dortigen Wollgeschäft "loopy yarns" gezeigt.
Nach einem kurzen - vorher nicht geplanten - Zwischenstopp in BS ging es wieder weiter nach Schweden.
Anstrengend und interessant, aber was mag ich am Reisen besonders?
Das sind einerseits die vielen Eindrücke, aber andererseits und mindestens so intensiv die menschlichen Begegnungen auf diesen Reisen. Sei es die lady im Flugzeug, die mich auf meine Häkelarbeit ansprach und mir dann berichtete, dass sie selbst sich in Mannheim mit Handarbeitsdamen trifft und die Eltern in BS wohnen. Wer mich kennt, kann sich gut vorstellen, dass eine meiner Visitenkarten sofort die Besitzerin wechselte. Toll waren auch die Treffen mit amerikanischen Nachbarn und Freunden, die so anders leben als wir, aber besonderen Gefallen an den Lacetüchern - am liebsten mit Perlenverzierungen - fanden.
Oder die Truckerin "Queen of the road", die uns in Kiel an der Fähre auffiel, weil sie einen solch genialen, gepflegten, tollen Truck fuhr. Ganz in schwarz mit viel Chrom und so sauber, als hätte sie ihn gerade aus dem Showroom eines Händlers gefahren. Ihr Begleiter war ein kleiner Langhaardackel .-) Und als Micha sie auch noch zu ihrem tollen Truck beglückwünschte, strahlte sie voller Freude.
Interessant auch der Herr im Fahrstuhl, der ausdrückte, dass der Urlaub mit dem Betreten der Fähre begänne, da nun der dt. Stress und die dt. Hektik hinter einem lägen.
Oft erinnern werden wir uns an die junge Frau, die neben uns parkte, uns auf den Weimaraner in unserem Auto ansprach und dann im Plaudern bemerkte, dass sie Ärztin sei. Assistenzärztin aus voller Überzeugung und mit voller Inbrunst. Das Kennzeichen endete mit 287 und ich gehe mal ganz stark davon aus, dass das ihr Geburtsdatum war. Sehr nett und beeindruckend.
Begegnungen, an die ich mich noch häufig erinnern werde und die vllt. bzw. ziemlich sicher einmal in einer Strickarbeit enden werden. Begegnungen, die mich auch prägen, die Sichtweisen ändern oder erweitern. Das Besondere liegt in den Kleinigkeiten des täglichen Lebens. Immer wieder schön.
Und morgen plane ich, die beiden hiesigen Wollgeschäfte zu besuchen. Klar ist, dass ich dann Photos mache und wieder berichten werde. Ich verrate nur jetzt schon mal: Kristina, die Inhaberin des alteingesessenen Geschäftes, ist knapp 90 Jahre. Sie webt und strickt immer noch und ist für mich ein Phänomen sowie Vorbild. Aber dazu zu einem späteren Zeitpunkt mehr.
Lasst doch einfach auch mal den Tag Revue passieren und überlegt mal, was Euch heute so Besonderes, Großes oder Kleines, widerfahren ist. Vielleicht war es ja auch "nur" jemand, der Euch die Tür aufgehalten hat, als Ihr vollgepackt ein Gebäude betreten wolltet oder der Euch an der Kasse im Supermarkt vorgelassen hat, weil ihr nur ein einziges vergessenes Teil in der Hand hattet.
Ich wünsche Euch einen schönen, strahlenden Tag.

Eure Tine



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen